Leib Ehre und Gut

Delinquenz in Zürich  Ende des 14. Jahrhunderts, Zürich 1990 (Chronos Verlag, vergriffen)



Ende des 14. Jahrhunderts dominierten in Zürich Gewaltdelikte klar. Für andere Städte ist das gleiche Phänomen mit der mangelnden Triebkontrolle und Unzivilisiertheit spätmittelalterlicher Menschen oder mit der zunehmenden staatlichen Repression sozial Entwurzelter erklärt worden.

 

Die vorliegende Analyse zeigt dagegen, daß das Zürcher Ratsgericht dazu diente, Konflikte zu regeln, die von den Zürcher Männern aufgrund des für sie geltenden Ehrcodes ausgetragen wurden. So gelang es, zwei grundlegende Normsystems dieser städtischen Gesellschaft zu vermitteln - die Aufrechterhaltung des inneren Friedens und die Aufrechterhaltung der männlichen Ehre mittels Gewalt und Waffeneinsatz. Dafür war in Form von Bußen ein gewisser Preis zu entrichten. Entsprechend traten vor Gericht keineswegs nur Außenseiter oder Angehörige der Unterschicht, sondern auch wohlhabende Bürger und Amtsinhaber auf.

Wie sehr Delikt- und Verhaltensmuster kulturell geprägt waren, zeigt der Blick auf Juden und Frauen. Gerade für diese beiden Gruppen stellt sich die Frage, inwieweit die Präsenz vor Gericht auch eine Chance war.

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